Eva
Lehmann

Trotz Rettung durch einen Kindertransport starb Eva letztlich im KZ

Geboren am 13. Februar 1929 in Fulda.

Eva Lehmann wuchs mit ihren Eltern Leo und Anna sowie den jüngeren Geschwistern Adolf und Clara in der Heinrichstraße 15 auf. Sie besuchte die jüdische Schule und nahm an den Gottesdiensten in der Synagoge teil, die 1938 von den Nazis zerstört wurde. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten beherrschte Angst den Alltag. 

Kindertransport nach Belgien

Während der Novemberpogrome 1938 floh Eva vor den Steinwürfen und der Gewalt aus der Schule. Ihr Vater wurde ins KZ Buchenwald verschleppt. 1939 gelang es den Eltern, für Eva und Adolf zwei der begehrten Plätze auf einem Kinder- transport nach Belgien zu sichern. Dort lebte Eva bei Pflege- familien und in Heimen. Nach dem deutschen Einmarsch in Belgien 1940 kehrte sie nach Fulda zurück. Im Kreis der Familie fand sie etwas Halt, trotz der unmittelbaren Nähe der Gestapo Außenstelle.

Das Ende einer Familie

 Ab September 1941 mussten alle Jüdinnen und Juden ab sechs Jahren den Judenstern tragen, auch Eva. Am 8. Dezember 1941 deportierten die Deutschen die fünfköpfige Familie ins Ghetto Riga. Ihr Vater starb 1942 im Lager Salaspils, Mutter, Bruder und Schwester wurden 1943 in Auschwitz ermordet. Eva blieb allein zurück. 1944 wurde sie ins Konzentrationslager Stutthof verschleppt und dort im Alter von 15 Jahren ermordet.

Adresse in Fulda:

Heinrichstr. 15

Basierend auf dem nebenstehenden Originalfoto sind alle gezeigten Darstellungen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz rekonstruiert worden.

Eine Kindheit im Schatten der Gestapo

Eva Lehmann kam am 13. Februar 1929 in Fulda zur Welt. Sie wuchs in einer liebevollen Familie mit zwei Geschwistern, Adolf und Clara, auf. Ihre Mutter Anna arbeitete als Modistin und schuf kunstvolle Hüte – ein Beruf, der Kreativität und Nähe zu den Kunden verlangte. Ihr Vater Leo, ein Veteran des Ersten Weltkriegs, gab der Familie in unsicheren Zeiten Halt. Sie lebten in der Heinrichstraße 15, direkt gegenüber der Außenstelle der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Von dort aus verbreitete die Geheime Staatspolizei Überwachung, Verfolgung und Terror. Für Eva bedeutete das, täglich mit Angst und Kontrolle zu leben.

Gewalt des Novemberpogroms

Der Novemberpogrom 1938 verschlimmerte die Situation für Eva dramatisch. Fuldaer Gewalttäter verwüsteten die jüdische Schule in der Schildeckstraße 13, die Eva besuchte. Steine zerschlugen die Fenster, und die Kinder erlebten die rohe Gewalt und den Hass, der plötzlich ihre Stadt ergriff, aus nächster Nähe. Diese Nacht markierte den Beginn einer noch brutaleren Verfolgung jüdischer Menschen.

Flucht nach Belgien

Um Kinder wie Eva und Adolf vor der wachsenden Gefahr zu retten, organisierten jüdische und internationale Hilfswerke die Kindertransporte 1938/39. Diese Rettungsaktionen brachten tausende jüdische Kinder aus Deutschland und den besetzten Gebieten in sichere Länder, wie England, die Niederlande, Frankreich und auch Belgien. Auch Eva und ihr Bruder konnten fliehen und fanden dort vorübergehend Schutz und Hoffnung in Belgien.

Von Riga nach Stutthof – Ein Leben das zu früh endete

Nach dem Einmarsch der Deutschen in Belgien im Mai 1940, mussten Eva und Adolf nach Fulda zurückkehren. Am 8. Dezember 1941 deportierten die Nationalsozialisten die fünfköpfige Familie Lehmann aus Fulda. Eltern und Geschwister wurden 1943 ermordet, Eva überlebte zunächst im Ghetto Riga. 1944 verschleppten die Deutschen sie von Riga über die Ostsee in das Konzentrationslager Stutthof, wo sie ermordet wurde.

Evas Geschichte zeigt, wie zerbrechlich Kindheit und Familie in einer Zeit waren, die von Angst und Verfolgung geprägt war. Ihr Leben und das Schicksal der anderen jüdischen Kinder aus Fulda mahnen uns, ihre Namen und Geschichten nicht zu vergessen.

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