Isfried
Goldschmidt

Heimat und Halt fand der Kaufmann Isfried im Fußball.

Geboren am 3. Juli 1878 in Hamburg.

Sein Vater, Aron Goldschmidt, handelte mit Vieh und Pferden und verkaufte regelmäßig auf dem Viehmarkt am Heinrich-von-Bibra-Platz. Dort half Isfried Goldschmidt ihm tatkräftig und schlug später selbst die Laufbahn eines Kaufmanns ein.

Sportlicher Widerstand

Seine große Leidenschaft gehörte dem Fußball. Nachdem 1933 alle Jüdinnen und Juden aus deutschen Sportvereinen ausgeschlossen worden waren, gründete sich am 21. Januar 1934 in Fulda der jüdische Turn- und Sportclub Bar Kochba. Isfried zählte zu den ersten 42 Mitgliedern und spielte mit der Mannschaft in der Liga des Deutschen Makkabikreises.

Isfried zählte zu den ersten 42 Mitgliedern und spielte mit der Mannschaft in der Liga des Deutschen Makkabikreises.

Adressen in Fulda:

Kapuzinerstr. 4

Neuanfang in den USA

Noch im selben Jahr erhielt Isfried ein Visum für die USA. Am 10. Oktober 1934 floh er auf dem Schiff SS Washington von Hamburg nach New York. Bereits am 6. Juli 1935 wurde er amerikanischer Staatsbürger. In den USA nahm er den Namen Fred Goldsmith an, lebte in Portland und arbeitete bei der Seifenfirma „Mt. Hood Soap“. Als US-Bürger konnte er für seine Eltern bürgen, sodass sie 1938 mit seiner Unterstützung ebenfalls in die USA fliehen konnten. 

Isfried Goldschmidt starb am 12. Februar 1972.

Basierend auf dem nebenstehenden Originalfoto sind alle gezeigten Darstellungen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz rekonstruiert worden.

Zwischen Tradition und Wandel – ein Leben im Aufbruch

Isfried Goldschmidt wurde am 18. Februar 1907 in Fulda geboren. Schon als Junge half er seinem Vater Aron, einem Vieh- und Pferdehändler, regelmäßig auf dem Viehmarkt am heutigen Heinrich-von-Bibra-Platz. Nach einer Ausbildung bei Nussbaum & Co., einem Unternehmen der Leder- und Schuhmaschinenbranche in Fulda, machte sich Isfried 1931 mit einem Großhandel für Leder und Maschinen selbstständig.

Bar Kochba Fulda in der Makkabiliga

Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Isfried ein leidenschaftlicher Fußballspieler. Er spielte für den jüdischen Sportverein Bar Kochba Fulda, der 1934 gegründet wurde, nachdem jüdische Sportlerinnen und Sportler aus den regulären Vereinen ausgeschlossen worden waren. Diese Ausgrenzung war Teil der systematischen Diskriminierung im nationalsozialistischen Deutschland. Bar Kochba Fulda war mehr als nur ein Sportverein – er war ein Zeichen des Widerstands und der Solidarität innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. Der Verein spielte in der Makkabiliga Südwest, einer regionalen jüdischen Fußballliga, die jüdischen Mannschaften eine Plattform bot, sich sportlich zu messen und Gemeinschaft zu erleben. Die Makkabiliga war Teil einer größeren Bewegung jüdischer Sportvereine in Deutschland, die sich nach der Ausgrenzung aus den allgemeinen Sportverbänden großen Zulauf erlebten und so jüdischen Sportlerinnen und Sportlern weiterhin Teilhabe und Identität ermöglichten.

Ein bekanntes Foto zeigt Isfried nach seinem letzten Spiel in Fulda, einen Tag vor seiner Auswanderung in die USA – ein bewegender Moment, der Abschied und Hoffnung zugleich symbolisiert.

Flucht in die USA und ein neues Leben

Am 7. Oktober 1934 verließ Isfried seine Heimatstadt und reiste über den Hamburger Hafen mit der »Washington« nach New York. Von dort führte sein Weg durch den Panamakanal nach Portland, Oregon. Anfangs arbeitete er als einfacher Vertreter bei einer Seifenfirma, kehrte aber ab 1944 zu seinen Wurzeln zurück und arbeitete wieder als Viehhändler.

Dank seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft konnte Isfried 1938 für seine Eltern die notwendigen Ausreisepapiere besorgen und ihnen so die Flucht aus Deutschland ermöglichen – eine lebensrettende Unterstützung in einer Zeit größter Gefahr.

Isfried Goldschmidt steht für viele, die in schwierigen Zeiten ihre Heimat verlassen mussten, um ein neues Leben aufzubauen – und dabei ihre familiären Wurzeln und die Verantwortung für ihre Familie nie vergaßen. Sein Engagement im Sport und seine Fürsorge für die Familie sind Zeugnisse von Mut, Zusammenhalt und Hoffnung.

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